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Gemeindebrief Mai 2020

Liebe Gemeinde!

 

 

Maria wird in den Gebeten mit vielen Titeln geehrt, dabei wird oft auch literarisch dick aufgetragen. Ein Titel zieht sich durch ihr ganzes Leben und begleitet sie in der Bibel von der Verkündigung durch den Engel Gabriel bis hin zum Kreuz ihres Sohnes: „Frau, siehe dein Sohn.“ Zu Johannes: „Siehe deine Mutter“ (Joh 19, 27). Die Theologie des 5. Jahrhunderts steigert diesen Titel und nennt sie „Theotokos“, übersetzt: Gottesgebärerin. Weil Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott ist, hat Maria Gott zur Welt gebracht. Maria ist Mutter und Muttergottes.
Nach Tod und Auferstehung Jesu zieht sie sich mit den Jüngern und den Frauen zurück, „sie verharren einmütig im Gebet“ (Apg 1,14), bis der Heilige Geist ihnen die Kraft gibt, ihr sicheres Zuhause zu verlassen.
Wie andere Väter und Mütter betet Maria für das neugeborene Kind, für die Familie, für den Sohn, den sie nicht immer verstehen kann. Maria betet in ihrer Trauer und in der Sorge, wie es nun weitergehen soll. Maria und Josef sind uns Vorbild, alles, was uns im Leben umtreibt, vor Gott zu tragen und mit ihm zu besprechen. Josef wendet sich in seiner Verzweiflung immer an Gott und weiß, was er anschließend tun wird.
Wir sind gerade ebenso unsicher, was wir tun sollen, der Rückzug in die eigenen vier Wände hat uns mehr gebeutelt, als wir dachten. Und die Sorgen sind nicht weniger geworden, im Gegenteil, konkrete Probleme gibt es zu lösen. Die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten gilt uns: Wie die Jünger und Frauen sollen wir ebenso neu den Mut zum eigenen Auftrag finden, aufstehen und leben, aufbrechen und das eigene Leben neu annehmen.
Darum sind die Gebete im Mai getragen von der österlichen Freude, der Tod ist für immer überwunden, und sie bitten um die Kraft von oben, den Heiligen Geist, er möge uns auf unserem Lebensweg begleiten, uns an den Knotenpunkten die Weisheit zur richtigen Entscheidung geben.
Anbei eine Auswahl von Gebeten, die uns durch den Mai tragen mögen, angefangen mit einer losen Übertragung des Magnifikat, des Lobgesanges Marias, bis hin zu Gebeten um den Heiligen Geist. Im Gebet um die Kraft von oben sind wir besonders mit unseren Jugendlichen verbunden, deren Firmung verschoben wurde, wir beten mit euch und für euch, Gottes Geist für uns auf dem Weg des Friedens!
Pfarrer A. König

 

 

Magnificat

 

 

großhalten vor der welt
will ich dich
durch meine lebenslust
durch meine liebe
durch das feuer in mir
großhalten
denn DU bist um mich
machst mich stolz und gelassen
setzt mich frei
gibst mir schubkraft
beflügelst meine gedanken
großhalten in meinem herzen
will ich dich
gegen meine kleinlichkeit
gegen mein selbstmitleid
gegen alle berechnung
dich einlassen und
großhalten
H. König, in: Du bist der Atem meines Lebens

 

 

Marienwort

 

 

mein Ja ist groß
nicht weil ich groß bin
geht es um die Welt
mein Ja ist groß
aus Gottes grenzgelöstem Ja
zu uns Begrenzten
mein Ja ist groß:
ich trage alles, was Gott will
wie seinen Sohn
was ist es, das Gott will?
Mein Ja hat diese Erde nicht verlassen
um fremde Himmel goldgefasst zu schmücken
als Droge der Bedrückung taugt es nicht
mein Ja salbt die blutenden Füße der Armen
und richtet getretene Nacken auf
mein Ja belagert die Türme der Macht
und trägt die Schöpfung des Friedens aus
groß ist mein Ja
C. Peikert-Flaspöhler, in: Im Leben such ich dich, Maria

 

 

Du, Gott, nimmst mich wahr

 

 

in meiner innersten Bedürftigkeit.
Meine Seele ruht in dir.
Du heilst das Versehrte,
du schützt das Gefährdete,
du wärmst das Erstarrte;
was gebeugt ist in mir, richtest du auf.
Du befriedest das Erschreckte,
du birgst das Verängstigte,
du durchlichtest das Verfinsterte;
was darbt in mir, nährst du.
Du tröstest das Bestürzte,
du belebst das Verkümmerte,
du löst das Verkrampfte;
was zur Reife kommen will, behütest du.
Meine Seele ruht in dir.
A. S. Naegli, in: Die Nacht ist voller Sterne

 

 

Heiliger Geist,

 

 

Heiliger Geist, du belebst alles.
Du teilst dich in je verschiedener Weise
der ganzen Schöpfung mit.
Du schenkst uns die Gnade,
erleuchtest uns zur Erkenntnis Gottes,
du vollendest die Gerechten,
machst die Toten lebendig
und Fremdlinge zu Kindern Gottes.
Durch dich werden die Schwachen stark,
die Armen reich,
die Unmündigen und Ungebildeten
weiser als die Gelehrten.
Du bist im Himmel und erfüllst die Erde,
du bist überall zugegen,
und nirgends kennst du Schranken.
Du wohnst in jedem Menschen
und bist ganz Gott.
Wir bitten dich:
Nimm in unseren Herzen Wohnung,
und verlass uns zu keiner Zeit!
nach Basilius, Kappadokien, 4. Jh.

 

 

Komm, Heiliger Geist,

 

 

du Geist der Wahrheit, die uns frei macht.
Du Geist des Sturmes, der uns
unruhig macht,
Du Geist des Mutes, der uns stark macht.
Du Geist des Feuers, das uns
glaubhaft macht.
Komm, Heiliger Geist,
du Geist der Liebe, die uns einig macht.
Du Geist der Freude, die uns
glücklich macht.
Du Geist des Friedens, der uns
versöhnlich macht.
Du Geist der Hoffnung, die uns
gütig macht.
Komm, Heiliger Geist!
L. Boff, in: Der Heilige Geist

 

 

Du heiliges Feuer

 

 

Brenn in unseren Herzen
Du heiliges Wasser
Fließ in unsere Beziehungen
Du Heiliger Geist
Beflügle unsere Gedanken
Du heilige Stimme
Sprich in unserem Innern
Du heilige Taube
Flieg durch unsere Welt
Du heilige Liebe
Begeistere alle Menschen
A. Rotzetter, in: Gott der mich atmen lässt

 

 

Licht des Lebens

 

 

Segne uns, du Licht des Lebens
Sternenglanz der Dunkelheit
web uns ein in deine Träume
hüll uns in dein Hoffnungskleid
Gottesduft verströme dich
deine Spuren leiten mich
Segne uns du Macht des Lebens
stärker als der Tod bist du
lass uns deine Nähe spüren
dein „Trotz-allem“ sprich uns zu
Gotteslicht verteile dich
deine Spuren leiten mich
C. Moosbach, in: Lobet die Eine

 

 

Von guten Mächten

 

 

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
D. Bonhoeffer


 

 

Zu diesem Gemeindebrief

 

 

Bei der Redaktionssitzung im April war in keiner Weise abzusehen, ob Begegnungen im Mai möglich sein werden. Bevor wir Termine veröffentlichen und wieder streichen, haben wir ganz darauf verzichtet. Bitte beachten Sie den Ditzinger Anzeiger und unsere Homepage.

 

 

Herausgeber: Kath. Pfarramt St. Maria, Ditzingen   Redaktion: Pfr. A. König, M. Brose, Ch. Wassermann

Anschrift: Hinter dem Schloss 17, 71254 Ditzingen; Tel.-Nr. 50 10 10, Fax: 50 10 11

 

Öffnungszeiten des Pfarrbüros:   Mo, Mi, Do 10–12 Uhr; Di 16–19 Uhr; Fr 14–16 Uhr 

Kath. Kirchenpflege Ditzingen: Konto bei Kreissparkasse Ludwigsburg, IBAN: DE 26 6045 0050 0009 7202 40

Internet: kath.kirche-ditzingen.de; E-Mail: StMaria.Ditzingen@drs.de

 

Redaktionsschluss Gemeindebrief Juni 2020 am 4. Mai 2020.

Kirche St. Maria Ditzingen

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