Nachlese zu Donnerstag, 11. Februar 2021

Helau auf ein gelungenes Experiment: Tolle Faschingsstimmung bei der Närrischen Online-Andacht

Frauenfasnet trotz Corona – geht das? Am vergangenen Donnerstag haben stolze 46 Närrinnen und Narren bestätigt: Und ob das geht! Inspiriert von unserer rauschenden, damals selbstverständlich noch analogen Faschingsparty 2020, wollte unsere Aktionsgruppe den „Schmutzigen Donnerstag“ nicht so einfach vorübergehen lassen und wagte einen Versuch: zu Hause feiern, online verbunden. Schließlich haben nicht nur wir im vergangenen Lockdown-Jahr reichlich Erfahrung mit Videocall-Formaten gesammelt. Unsere Erwartungen wurden trotzdem bei Weitem übertroffen. Denn das Programm traf wohl genau die richtige Mischung aus Faschingsfeeling, Frauenpower und ernsteren Tönen. Als souveräner Host und DJ, fasnetsgerecht mit virtuellem Heiligenschein, führte Janine Irtenkauf durch den Abend, technisch wie musikalisch. Für den berührenden Andachtsteil mit Körpergebeten zeichnete Anne Barbier-Piepenbrock verantwortlich. Mit ihren schönen Stimmen brachten sich Mariette Machmer und Martina Prosch als Vorsängerinnen ein. Ein Highlight des Abends war auf alle Fälle der amüsante Auftritt von Elisabeth Niggemeyer alias Wanderpredigerin Greta aus Westfalen!

Ihre geharnischte Büttenrede war ein echter karnevalistischer Show Act: kritisch, anregend und sehr, sehr komisch. Greta nahm die Amtskirche ordentlich aufs Korn. Und forderte die Rückbesinnung auf den authentischen Jesus, den warmherzigen Frauenfreund und Gegner starrer Hierarchien. Dafür erntete sie reichlich Beifall von den kreativ kostümierten Teilnehmerinnen und etlichen Teilnehmern, die sich dank Internet von vielen Ecken der Republik und sogar darüber hinaus zuschalteten –  vom Münsterland bis Paris, von Baden bis nach Filderstadt. Das Schöne: Unser Team bekam die Reaktionen nicht nur live am Bildschirm zu sehen. Wir trafen uns auch immer wieder in zufällig zusammengewürfelten kleineren Gruppen, in sogenannten breakout sessions, um uns kennenzulernen und auszutauschen. Die positive Resonanz und geballte Ladung Solidarität, die wir auf diese Weise erfahren haben, hat uns gutgetan und motiviert. Und auch den lockeren Ausklang des Abends mit Snacks, Musik, Tanzen und Gesprächen in der geöffneten Runde haben wir sehr genossen. Und obwohl wir auf nichts mehr hoffen als auf das Ende der Beschränkungen und echte Begegnungen – wir freuen uns schon jetzt auf unser nächstes Zoom-Event: am 27. April 2021, in Form eines Vortrags der Theologin Barbara Janz-Spaet zur „Vision einer gleichberechtigten Kirche“.