WGF am 16.05.2021 Thema Apostelin Junia.

Im Römerbrief des Apostels Paulus im Vers 16 hören wir von Frauen und Männern, die von Paulus gegrüßt werden und die in der Nachfolge Jesu sind. Also es sind die Frauen und Männer, über die Jesus im Evangelium betet.

Heute möchte ich eine Frau daraus vorstellen: Junia. In der orthodoxen Kirche hat Junia am 17. Mai ihren Gedenktag. Für mich ein schöner Anlass, über sie zu erzählen.

Junia ist eine, die diese Verbindung zu Gott hat, die Jesus nachfolgt und dafür einsteht! Sie mag Jesus oder frühe Christen in Jerusalem kennen gelernt haben und sich zu Christus bekannt haben. Sie ist entflammt, ihr Herz brennt für das Evangelium. Vermutlich ging sie auf Missionsreise und ist in Rom ansässig geworden. Sie lehrt, sie gründet eine urchristliche Gemeinde, sie steht der Gemeinde vor. Sie hält Mahlfeiern. Sie ist von Jesus bevollmächtigt, eine Gesandte im Namen Jesu

Für das, was sie tut, wird sie von der Welt gehasst, sie kommt ins Gefängnis. Es passiert das, was Jesus vorhersagt, das, warum er darum betet, dass die Jüngerinnen und Jünger in Verbindung bleiben mit Gott, eins bleiben, trotz alledem!

Spüren wir nach, ob es in unserem Leben auch Situationen gibt, in der wir engagiert aufbrechen? Angetan von einer Sache, das Herz entflammt, der göttlichen Bestimmung nahe?  So wie Junia!

Im Gefängnis lernt sie Paulus kennen. Sie ist schon früher als Paulus zur Christin geworden, doch bleibt sie uns bis auf diesen Gruß in der Bibel verborgen.

Hören wir noch einmal diesen Gruß des Paulus Da steht ja Großartiges, das ist eine starke Würdigung dieser mutigen Frau.

Grüßt Andronikus und Junia, die zu meinem Volk gehören und mit mir zusammen im Gefängnis waren; sie ragen heraus unter den Aposteln und haben sich schon vor mir zu Christus bekannt.

Junia wird als Apostelin genannt, zusammen mit Andronikus.

In dieser urchristlichen Zeit haben wir Gleichberechtigung. Im Galaterbrief schreibt Paulus: „Jetzt ist es nicht mehr wichtig, ob ihr Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, Männer oder Frauen seid: In Jesus Christus seid ihr alle eins.“

Heute fragen wir, wirklich? Eine Frau als Apostelin?

Es gibt strittige Aussagen zu diesem Vers des Römerbriefes.  In den ersten Jahrhunderten hat man es für wahr gehalten. Dies bezeugt der Kirchenvater Chrysostomus (354–407. Er schrieb: «Es ist schon etwas Großes, ein Apostel zu sein; aber erst unter den Aposteln hervorragend zu sein, bedenke, was das für ein Lob ist! … Wie groß muss doch die Weisheit dieser Frau gewesen sein, dass sie sogar für würdig gehalten wurde, den Aposteltitel zu tragen!»

Die Geschichte aber wurde quasi manipuliert. In der römisch-katholischen Kirche wurde der weibliche Name Junia seit dem 13. Jahrhundert als Männername, als Junias, geschrieben. Obwohl es den Männernamen Junias gar nicht gegeben hat.

Erst vor zwei Jahren wurde in der Einheitsübersetzung ganz selbstverständlich wieder von einer Frau  Junia, die Apostelin war, gesprochen.

Feiern wir heute Junia! Feiern wir sie mit all denen, die mutig sind, ihren Glauben zu bekennen und weiter zu tragen.