Wer war Maria Magdalena, Maria von Magdala?

Lange war sie im Verborgenen, vieles wurde über sie gesagt, wurde dazu gedichtet, wurde über sie drüber gedeckt, so dass wir das Eigentliche, das Besondere gar nicht wahrnehmen konnten.

Aus der Bibel wissen wir einige Details über sie:
Es heißt, dass sie Jesus folgte und unterstützte. Sie sät wohlhabend und wird mit dem Ort, aus dem sie kommt, näher bezeichnet: Maria aus Magdala. Das deutet darauf hin, dass sie eine eigenständige wohlhabende Frau ist, sie wird nicht als Frau von … oder Tochter von … genannt.

Jesus hat sie von 7 Dämonen befreit, was genau damit gemeint ist, wissen wir nicht, aber wahrscheinlich hat sie dieses Erlebnis noch näher an Jesus gebunden.

Wir hören weiter, dass MM unter dem Kreuz Jesu stand – und als sich die Jünger noch in Todesangst verstecken, sucht sie am frühen Morgen sein Grab auf und findet es leer. Sie begegnet Jesu – als erste – er spricht sie mit ihrem Namen an „Mirjam“ – sie wendet sich ihm zu „Rabbuni – mein Meister“
Jesus beauftragt sie, den Jüngern von ihrer Begegnung – von seiner Auferstehung zu erzählen, zu verkünden „Ich habe den Herrn gesehen“

Im östlichen Mittelmeerraum heißt es in Berichten:“ Nach der Auferstehung Jesu verließ MM mit den anderen Aposteln Jerusalem, um das Evangelium in der ganzen Welt zu verkünden …“ – in der Bibel finden wir keine weiteren Zeugnisse über das Leben der MM.

Im 6.Jahrhundert passiert aber in der Kirchengeschichte eine Entwicklung, in der MM mit anderen Frauen aus der Bibel kombiniert wird. Das geht besonders auf Papst Gregor I zurück, der MM mit einer anderen wohlhabenden Frau namens Maria und mit einer unbekannten Sünderin gleichsetzt, die im LK-Evangelium Jesus die Füße salbt. „7 Dämonen können nur etwas mit Sünde zu tun haben – und was kann Sünde anderes sein als körperliches Laster? Und schon wurde aus MM, einer Frau ganz nahe an JC eine Prostituierte und Sünderin …

Erst im vergangenen Jahrhundert änderte sich die Sichtweise auf MM. Das 2. Vatikanum beendet in der Liturgiereform das Gleichsetzen von MM als Sünderin und erst vor ein paar Jahren erhebt der Papst MM zur Apostelin der Apostel.

Den Ausschlag dazu gaben archäologische Funde 1945 in Oberägypten. Sie enthielten Schriften, sogenannte Apokryphen – das heißt verborgene Schriften, aus dem 4. Jh., die Übersetzungen aus dem 2. Jahrhundert waren.

In diesen Funden befand sich auch das sogenannte Evangelium der Maria, aus dem wir vorhin einen Auszug gehört haben.

Lassen wir ihr Licht wieder leuchten.