Neue Kirchengemeindeordnung (KGO)

Was ist neu an der neuen Kirchengemeindeordnung?

[1] Was Kirchengemeinde ist, wird präziser beschrieben (§1)

  • Sie ist dazu berufen, an ihrem Ort Zeichen und Werkzeug des Heil­swirkens Gottes zu sein (ganz im Sinne des Konzils vgl. Lumen Gen­tium 1)
  • Die Beru­fung gilt allen Gläu­bi­gen: alle sind auf­grund der Taufe berufen, das Evan­geli­um zu leben und zu bezeu­gen
  • Die Kirchenge­meinde hat einen diakonis­chen und mis­sion­ar­ischen Auf­trag

§ 1 – Die Kirchenge­meinde

(1) Die Kirchenge­meinde ist ein Teil des Gottesvolkes. Sie ist als Teil­ge­mein­schaft der Diözese dazu berufen, an ihrem Ort Zeichen und Werkzeug des Heil­swirkens Gottes in Jesus Chris­tus zu sein: durch die Verkündi­gung des Evan­geli­ums in Wort und Tat, durch die Feier des Gottes­di­en­stes in Wort und Sakra­ment, durch das Zeug­nis der täti­gen Liebe und durch die Erfül­lung des kirch­lichen Weltauf­trags (siehe Lumen Gen­tium 1). So wirkt Kirche am Ort und an vie­len Orten unter der Ver­heißung des Reich­es Gottes an der Gestal­tung ein­er diakonis­chen und mis­sion­ar­ischen Kirche mit.

Ord­nung für die Kirchenge­mein­den und örtlichen kirch­lichen Stiftun­gen – Kirchenge­mein­de­ord­nung (KGO) – mit Wirkung zum 1. März 2019

Ihr Auf­trag ist:

  • Werkzeug zu sein, Instru­ment zu sein, dass Men­schen das Heil find­en, indem sie (wieder) zum Leben kom­men und einan­der helfen, (wieder) zum Leben zu kom­men.
  • Zeichen zu sein, darauf hinzuweisen, dass Men­schen (wieder) zum Leben kom­men, zu zeigen, wo und wie sich das in der Welt ereignet, also auch außer­halb der Kirche. Dieses Hin­weisen geschieht auf zweifache Weise: im Wort und im Sym­bol (Sym­bol­hand­lung).

[2] Die kooperative und partizipative Leitung wird klar formuliert und gestärkt (§ 18 und 19)

  • Pfar­rer und Kirchenge­mein­der­at leit­en zusam­men die Gemeinde.
  • Damit ist der KGR ein­deutig als Leitungs­gremi­um beschrieben.
  • Par­tizipa­tiv ist mehr als koop­er­a­tiv: es wird gemein­sam berat­en und entsch­ieden.

§ 18 Auf­gaben (1)

Der Kirchenge­mein­der­at leit­et zusam­men mit dem Pfar­rer die Kirchenge­meinde. Er dient der Erfül­lung der Auf­gaben der Kirchenge­meinde (§ 1) und trägt mit dem Pfar­rer zusam­men die Ver­ant­wor­tung für die Samm­lung und Sendung der Kirchenge­meinde.

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§ 19 Stel­lung und Ver­ant­wor­tung des Pfar­rers

(1)Der Pfar­rer ist im Auf­trag des Bischofs Leit­er der Kirchenge­meinde. Er leit­et die Kirchenge­meinde zusam­men mit dem Kirchenge­mein­der­at. Er hat alle wesentlichen Fra­gen und Angele­gen­heit­en dem Kirchenge­mein­der­at zu Beratung und Beschlussfas­sung vorzule­gen. Die Leitung der Kirchenge­meinde geschieht koop­er­a­tiv und par­tizipa­tiv.

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[3] Die Aufgaben des Kirchengemeinderates sind neu beschrieben (§ 18)

  • Der Kirchenge­mein­der­at ist sowohl Pas­toral­rat als auch Katho­liken­rat als auch Kirchen­s­teuer­rat. In allen drei Funk­tio­nen hat er Entschei­dungs­befug­nis.
  • Der Kirchenge­mein­der­at legt die Rah­menbe­din­gun­gen fest, inner­halb dessen pas­torales Han­deln geschieht.
  • Der Kirchenge­mein­der­at hat die Zukun­ft im Blick: Er ist ver­ant­wortlich für Entwick­lung­sprozesse.
  • Der Kirchenge­mein­der­at ermöglicht Beteili­gung.
  • Dem Kirchenge­mein­der­at sind alle wesentlichen Angele­gen­heit­en der Kirchenge­meinde zur Beratung und Beschlussfas­sung vorzule­gen (§19,1).

§ 18 Auf­gaben

(1) Der Kirchenge­mein­der­at leit­et zusam­men mit dem Pfar­rer die Kirchenge­meinde. Er dient der Erfül­lung der Auf­gaben der Kirchenge­meinde (§ 1) und trägt mit dem Pfar­rer zusam­men die Ver­ant­wor­tung für die Samm­lung und Sendung der Kirchenge­meinde. Er sorgt dafür, dass die Kirchenge­meinde ihre Auf­gabe, Zeichen und Werkzeug des Heil­swirkens Gottes in Jesus Chris­tus zu sein, auch in Zukun­ft wahrnehmen kann. Er fasst die für die Erfül­lung der Auf­gaben der Kirchenge­meinde not-wendi­gen Beschlüsse und ist für deren Umset­zung ver­ant­wortlich. Dabei sollen Anre­gun­gen, Wün­sche und Beschw­er­den aus der Kirchen-gemeinde berück­sichtigt wer­den.

(3) Der Kirchenge­mein­der­at fördert die Ent­fal­tung der vielfälti­gen Begabun­gen und Beru­fun­gen der Kirchenge­mein­demit­glieder. Er ini­ti­iert und begleit­et Entwick­lung­sprozesse und schafft geeignete Rah­menbe­din­gun­gen für das pas­torale Han­deln der haup­tamtlich und ehre­namtlich Täti­gen.

(4) Der Kirchenge­mein­der­at unter­stützt die Bil­dung, das Engage­ment und die Ver­net­zung von Grup­pen und Pro­jek­t­grup­pen, Grup­pierun­gen und Gemein­schaften in der Kirchenge­meinde. Er delegiert Auf­gaben und Ver­ant­wor­tungs­bere­iche (unter anderem an Sachauss­chüsse, siehe §§ 37, 39 und 40) und stärkt das Bewusst­sein und die Wahrnehmung der gemein­samen Ver­ant­wor­tung und des Zusam­men­wirkens aller in der Kirchenge­meinde.

(5) Der Kirchenge­mein­der­at fördert Kon­tak­te zwis­chen der Kirchenge­meinde und den kirch­lichen Ein­rich­tun­gen, die sich im sozialen Raum der Kirchenge­meinde befind­en. Er unter­stützt das Zusam­men­wirken und die Ver­net­zung des vielfälti­gen kirch­lichen Han­delns vor Ort auch mit öku­menis­chen und gesellschaftlichen Part­nern.

Ordnung für die Kirchenge­mein­den und örtlichen kirch­lichen Stiftun­gen – Kirchenge­mein­de­ord­nung (KGO) – mit Wirkung zum 1. März 2019

[4] Der Vorsitz ist in einem eigenen neuen Paragraphen neu beschrieben

  • § 20 beschreibt die Dop­pel­spitze in der Leitung des Kirchenge­mein­der­ates (§ 20 Absatz 1): Der Vor­sitzende von Amts wegen ist der Pfar­rer. Gewählte/r Vorsitzende/r ist die neue Beze­ich­nung für die Per­son, die vom Gremi­um gewählt den Vor­sitz hat (§ 20 Absatz 2).
  • Es wer­den auch ein oder zwei Stel­lvertreter bzw. Stel­lvertreterin­nen gewählt (§ 20 Absatz 1 Satz 2). Damit eröffnet sich die Möglichkeit, den Gewählten Vor­sitz als Team wahrzunehmen. Achtung: Die Leitung der Kirchenge­meinde obliegt dem gesamten KGR zusam­men mit dem Pfar­rer.

§ 20 Vor­sitz
(1) Der Vor­sitz des Kirchenge­mein­der­ates beste­ht aus dem Pfar­rer als Vor­sitzen­dem von Amts wegen und dem/der Gewählten Vor­sitzen­den. Bei­den gemein­sam obliegt die Organ­i­sa­tion der Sitzun­gen und der Arbeitsweise des Gremi­ums, sowie die Außen­repräsen­ta­tion der Kirchenge­meinde. Dem/Der Gewählten Vor­sitzen­den kom­men die weit­eren in dieser Ord­nung beschriebe­nen Rechte und Pflicht­en zu.

(2) Der Kirchenge­mein­der­at wählt den/die Gewählte/n Vorsitzende/n aus der Rei­he sein­er gewählten Mit­glieder. Außer­dem hat der Kirchenge­mein­der­at eine/n oder zwei Stellvertreter/innen zu wählen. Der/Die Gewählte Vor­sitzende kann einzelne Auf­gaben dauer­haft dem/der oder bei­den Stellvertreter/inne/n über­tra­gen. Der Kirchenge­mein­der­at hat dies durch Beschluss zu bestäti­gen.

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[5] Genau beschrieben ist jetzt auch, wie sich der KGR zusammensetzt (§ 21)

  • Es sollen 2 Vertreter/innen der Jugend im Gremi­um sein (möglichst par­itätisch; sofern sie nicht gewählt wur­den, sind sie als bera­tende Mit­glieder zu berufen: § 21 Absatz 2 Num­mer 4)
  • Die Vor­sitzen­den der Sachauss­chüsse sind als bera­tende Mit­glieder zu berufen, wenn sie nicht bere­its Mit­glied im KGR sind (§ 21 Absatz 2 Num­mer 5)
  • Kan­di­dierende, die nicht gewählt wur­den, kön­nen als ständig bera­tende Teilnehmer/innen hinzuge­beten wer­den (§ 21 Absatz 4).
  • Höch­stens 2/5 der zu wäh­len­den Mit­glieder dür­fen aus ein­er anderen Kirchenge­meinde sein (KGO2014: 1/3) (§ 23 Absatz 1 Satz 2 i. V. m. § 26 Absatz 1 b), diese haben eingeschränk­tes Stimm­recht (§ 71 Absatz 1, § 73 Absatz 1, § 18 Absatz 9)

[6] Neu ist auch die Zahl der zu wählenden Mitglieder im Verhältnis zur Katholikenzahl in der Kirchengemeinde (§ 23 Absatz 1):

  • mit bis zu 1.200 Katho­liken min­destens 4 Mit­glieder,
  • mit 1.201 bis 2.500 Katho­liken min­destens 6 Mit­glieder,
  • mit 2.501 bis 4.000 Katho­liken min­destens 8 Mit­glieder,
  • mit 4.001 bis 6.000 Katho­liken min­destens 10 Mit­glieder,
  • mit mehr als 6.000 Katho­liken min­destens 12 Mit­glieder.